Digitalisierung

SAP QM-Modul: Wo Audit-Management in S/4HANA an Grenzen stößt

Sie haben S/4HANA im Haus. Das QM-Modul läuft, Prüflose werden angelegt, Verwendungsentscheide gebucht, Chargen freigegeben — und das Jahresauditprogramm liegt trotzdem in einer Excel-Datei auf einem Netzlaufwerk. Diese Kombination ist so verbreitet, dass sie in Projekten als Bequemlichkeit durchgeht.

Sie ist keine. Die übliche Erklärung — „die Funktion ist da, sie wird nur nicht genutzt“ — beschreibt das Symptom, nicht die Ursache. Der Befund ist konkreter und lässt sich in SAPs eigener Dokumentation nachschlagen. Genau das tut dieser Beitrag: Jede Aussage über den SAP-Funktionsumfang stammt aus help.sap.com oder aus der SAP Fiori Apps Reference Library. Wo der Text darüber hinausgeht, steht Einschätzung: davor.

Was S/4HANA im Standard für Audits mitbringt

Die Komponente heißt Audit Management und trägt die Anwendungskomponente CA-AUD. Erreichbar ist sie über SAP Easy Access unter Cross-Application Components → Audit Management; auch das Customizing sitzt dort [1]. Das führt regelmäßig zu der Behauptung, Audit Management gehöre gar nicht zum QM. Das ist zu grob: SAP führt CA-AUD in seiner eigenen Lösungs-Taxonomie unter Manufacturing → Quality Management → Quality Improvement, und die Fiori-Bibliothek weist die Anwendung „Manage Audits“ der Geschäftsrolle Quality Auditor zu [4][5]. Korrekt ist also: eine anwendungsübergreifende Komponente, die SAP dem Lösungsbereich Qualitätsmanagement zuordnet.

Der dokumentierte Funktionsumfang ist kein Feigenblatt. SAP nennt vier Objekte — Auditplan, Fragenliste, Audit sowie Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen — und gliedert die Anwendung in Auditplanung, Fragenlisten, Auditdurchführung, Maßnahmen, Auditdokumentation mit Auditbericht und Auditauswertung über einen Auditmonitor [1].

Die Fragenlisten sind der stärkste Teil. SAP unterscheidet zwei Typen: den Stammsatz, der als Kopiervorlage dient, und die Auditfragenliste mit Antwortfeldern. Fragenlisten sind hierarchisch und mehrsprachig, die zulässige Bewertung wird je Hierarchieebene geplant, und eine Maßnahme kann sich auf eine ganze Fragenliste oder auf einen einzelnen Knoten beziehen [2]. Wer schon einmal einen Auditfragenkatalog nach ISO 19011 über mehrere Zyklen gepflegt hat, erkennt hier ein durchdachtes Datenmodell — mehrsprachige Fragen mit ebenenabhängiger Bewertungslogik sind kein Anfängerentwurf.

Auch die Durchführung ist vollständig modelliert: Bewertung der Fragen aus den Antworten heraus, Ermittlung von Auditergebnis und Erfüllungsgrad, Gesamtbewertung des Audits. Der leitende Auditor legt Maßnahmen mit verantwortlicher Person und Plantermin fest; fällt das Audit auf „Not Passed“, setzt das System „Subsequent Audit Required“ [3]. Dazu kommen Statusverwaltung, ein eigenes Berechtigungskonzept, digitale Signatur über die Formulare PLM_AUDIT und PLM_AUDITACTION sowie das Archivierungsobjekt PLM_AUD [1]. Das Datenmodell teilt sich Audit Management mit der FMEA — beide nutzen PLMM_AUDIT [1].

Und ein Punkt, der in Diskussionen oft falsch behauptet wird: Audit Management ist nicht abgekündigt. SAP dokumentiert die Komponente unverändert für SAP S/4HANA On-Premise 2025 FPS01, ausgeliefert im Februar 2026 [1]. Eine Deprecation-Aussage existiert nicht.

Fiori oder GUI: wo die Oberflächenabdeckung tatsächlich endet

Hier liegt der eigentliche Befund, und er ist schärfer, als die verbreitete Formulierung „die Fiori-Abdeckung für Audits ist dünn“ nahelegt.

In der SAP Fiori Apps Reference Library ist Audit Management (CA-AUD) mit drei Einträgen vertreten — Manage Audits, Monitor Audits, Classify Audit Partners — alle vom Anwendungstyp „SAP GUI“, und zwar in jedem S/4HANA-Release von 1610 bis 2025 FPS01 [5]. Über alle Releases hinweg ergibt das 90 Bibliothekszeilen, on-premise und Private Cloud. Nicht eine davon ist etwas anderes als SAP GUI. Die Detailseite zu Manage Audits führt es einzeln auf: Geschäftsrolle Quality Auditor, SAP S/4HANA (Private Cloud and On-Premise), 2025 FPS01, Anwendungstyp SAP GUI, Gerätetypen Desktop und Tablet [4].

Zum Vergleich die Prüfabwicklung im selben System — und dieser Vergleich ist der Punkt:

Bereich Fiori-Abdeckung Beispiel-Apps Beleg
Audit Management (CA-AUD) keine — 90 von 90 Einträgen, 1610 bis 2025 FPS01, Anwendungstyp „SAP GUI“ Manage Audits, Monitor Audits, Classify Audit Partners [4][5]
Prüfabwicklung im QM (QM*) umfangreich — 302 Einträge für 2025 FPS01, davon 39 nicht GUI Manage Inspection Lots (F2343), Record Inspection Results (F1685A), Manage Inspection Plans (F3788), Manage Quality Levels (F2914), Manage Control Charts (F2810), Record Defects (F2929) [5]
Audit and Inspection Management (EHS-SUS-AIM) Fiori-nativ, nur Public Cloud Manage Checklists (F9072), Manage Findings (F9073), My Inspections (F9071), Inspection Management Overview (F9414) [5][6]
SAP Audit Management (GRC-AUD) Fiori-nativ, separat lizenziert Manage Audit Plans (F2980), Audit Universe (F5244), Prepare Audits (F3731), Approve Audit Reports (F3777) [5]

Die Prüfseite ist nicht nur besser abgedeckt, SAP pflegt dort eigene Fiori-Unterkomponenten: QM-FIO, QM-FIO-IM, QM-FIO-IM-RR und QM-FIO-PT. Ein Audit-Äquivalent existiert unter QM-* nicht [5]. Vier gewidmete Fiori-Unterkomponenten für die Prüfabwicklung, keine für das Audit — das ist keine Zufallslücke, das ist eine Priorisierung.

Wichtig, und der Grund für die letzten beiden Tabellenzeilen: Der Satz „SAP hat keine Fiori-Audit-Anwendung“ wäre falsch und in fünf Minuten widerlegbar. Zwei SAP-Produkte auditieren in Fiori.

SAP Audit Management (GRC-AUD) bringt rund 43 Fiori-Apps mit und ist damit das Gegenteil einer GUI-Insel. Es ist allerdings ein separat lizenziertes Produkt innerhalb von „SAP Assurance and Compliance Software for SAP S/4HANA“ (1.7 SP00), und es ist von seiner Anlage her Interne Revision: Audit Universe, Arbeitspakete, Working Papers [5]. Das ist ein anderes Werkzeug für eine andere Disziplin. Ein ISO-9001-Prozessaudit mit QM-Fragenliste, hierarchischer Bewertung und Erfüllungsgrad ist damit nicht gemeint.

Audit and Inspection Management (EHS-SUS-AIM) ist Fiori-nativ und in der Public Cloud verfügbar. SAP beschreibt es als Durchführung von Inspektionen, Erkennen von Nichtkonformitäten, Bearbeitung von Ursachen und Umsetzung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen [6] — das klingt zunächst sehr nach dem, was ein QMB sucht. Drei Einschränkungen gehören dazu: Die Komponente sitzt in EHS, nicht im QM; die fünf Apps erscheinen in der Public Cloud, nicht in On-Premise 2025 FPS01; und die Ausrichtung ist Inspektion und Compliance, nicht die Steuerung eines QMS-Auditprogramms nach ISO 9001 9.2.2 [5][6].

Zur Bereitstellung: SAP dokumentiert Audit Management nur für On-Premise und Private Cloud. In der Fiori-Bibliothek liefert CA-AUD unter der Public-Cloud-Release-Kennung keine Treffer, während QM* dort 149 Zeilen zurückgibt, 52 davon nicht GUI; unter SAP_S4HANA_CLOUD existiert keine CA-AUD-Dokumentation [5]. Für ein Public-Cloud-Vorhaben ist das kein Detail, sondern ein Planungsfaktor.

Warum das Modul in Projekten trotzdem selten ausgereizt wird

Einschätzung: Der folgende Absatz ist Projekterfahrung, keine belegte SAP-Aussage. SAP dokumentiert Funktionsumfang, nicht Nutzungsgrade.

In den S/4HANA-Einführungen, die ich begleitet habe, folgt das Muster fast immer demselben Ablauf. Qualität wird im Projektzuschnitt auf das reduziert, was den Materialfluss blockiert: Wareneingangsprüfung, Chargenfreigabe, Sperrbestände, Zeugnisse. Das sind die Themen, bei denen ein fehlendes Customizing den Versand anhält, und deshalb sind sie im Scope. Der Auditbereich hält keinen Warenausgang auf. Er wird auf „Phase 2“ geschoben, und Phase 2 kommt selten mit eigenem Budget.

Dazu kommt der Zeitpunkt. Die Qualitätsabteilung sitzt in vielen Projekten nicht von Anfang an am Tisch, sondern kommt nach dem Scope-Freeze dazu — zu einem Zeitpunkt, an dem eine zusätzliche Komponente mit eigenem Berechtigungskonzept, eigenen Stammdaten und eigenem Formularwesen ein Change Request ist, kein Standardumfang.

Ich halte das für die realistischere Erklärung als „SAP kann es nicht“. SAP kann es. Es setzt sich nur in keiner Projektpriorisierung durch, weil sein Nutzen in einer Managementbewertung sichtbar wird und nicht in einem Lieferrückstand.

Der Teil des Auditlebenszyklus, der offen bleibt

Jetzt der Teil, der jede Diskussion über Oberflächen überflüssig macht. SAPs eigene Dokumentation zur Auditdurchführung beschreibt den Ablauf vor Ort so: Die Auditoren drucken die Auditfragenliste aus. Der leitende Auditor druckt die Fragen mit den Antworten aus. Anschließend druckt er den Auditbericht aus, der von allen Beteiligten unterschrieben wird [3].

Das ist keine Interpretation und keine Zuspitzung. Das ist der von SAP dokumentierte Feldablauf, im Präsens, im Hilfetext zu 2025 FPS01.

Dazu passt die einzige Geräteangabe, die es für CA-AUD gibt: „Desktop, Tablet“ [4]. Das bedeutet SAP GUI for HTML in einem Tablet-Browser — keine native App, keine Offlinefähigkeit. Wer im Werk ohne stabiles WLAN durch eine Halle geht, arbeitet auf Papier. Nicht weil die Organisation rückständig wäre, sondern weil der dokumentierte Prozess es so vorsieht.

Damit bricht der Lebenszyklus genau an der Stelle, an der ISO 9001 seine Nachweise verlangt. 9.2.2 f) fordert die Aufbewahrung dokumentierter Information als Nachweis sowohl über die Umsetzung des Auditprogramms als auch über die Auditergebnisse — zwei Dinge in einem Unterpunkt, und die meisten Organisationen führen nur das Zweite [7]. Und 10.2.1 d) verlangt die Bewertung der Wirksamkeit jeder ergriffenen Korrekturmaßnahme [7]. Ein Medienbruch zwischen Halle und System kostet nicht Komfort, er kostet Nachweisführung: Was auf dem Notizblock steht und drei Tage später sinngemäß nacherfasst wird, ist kein Nachweis über den Zeitpunkt der Feststellung. Die Mechanik dahinter behandelt der Beitrag zum Umgang mit Feststellungen und CAPA; wie sich die Programmebene sauber planen lässt, steht im Leitfaden zur Auditprogramm-Planung.

Einschätzung: Das Fehlen einer Fiori-Oberfläche ist deshalb nicht in erster Linie ein Ästhetikproblem. Es ist der Grund, warum die Erfassung aus dem Audit heraus in eine Nacharbeit verschoben wird — und Nacharbeit ist die Stelle, an der Feststellungen verschwinden. Dieselbe Bruchstelle beschreibt der Beitrag zu Excel im Qualitätsmanagement für den Fall ohne ERP.

Ergänzen statt ersetzen: die wirtschaftlich sinnvolle Frage

Wer Lizenzen, Stammdaten und die Integration in Materialwirtschaft und Instandhaltung bezahlt hat, ersetzt SAP nicht wegen einer Oberfläche. Die sinnvolle Frage lautet anders: Welcher Teil des Auditlebenszyklus muss dort laufen, wo der Auditor steht, und welcher Teil gehört in das System, das die Stammdaten führt?

Auditplan, Fragenlisten-Stammsätze, Statuslogik, Archivierung und Signatur sind im SAP-Standard gut aufgehoben. Die Erfassung vor Ort und die Nachverfolgung offener Maßnahmen sind es, gemessen am dokumentierten Ablauf, nicht.

An dieser Stelle setzt qportal an — als Ergänzung, nicht als Ersatz. Es läuft auf SAP BTP und dockt über SAP Cloud Identity Services an bestehende Benutzer- und Rollenkonzepte an; der Schwerpunkt liegt auf mobiler Erfassung von Audits und Feststellungen sowie auf der lückenlosen Verfolgung bis zur Wirksamkeitsbewertung. Eine funktionsweise Gegenüberstellung steht im Vergleich mit SAP S/4HANA Audit Management, die technische Einbettung auf der Übersicht zur SAP-BTP-Integration, der fachliche Umfang unter Auditmanagement. Wie Auditprogramme und Audits dort strukturiert sind, zeigt die Dokumentation zu Audit-Programmen und der Überblick zu Audits.

Fünf Fragen zum eigenen SAP-QM-Setup

  1. Ist CA-AUD in Ihrem System überhaupt aktiviert und customized — oder wurde Audit Management im Projekt auf „später“ gesetzt?
  2. Läuft Ihr Zielbild auf Private Cloud oder On-Premise? Für die Public Cloud ist Audit Management nicht dokumentiert.
  3. Wie kommen Feststellungen aus der Halle ins System: direkt, oder über einen Notizblock und eine Nacherfassung?
  4. Können Sie die Umsetzung des Auditprogramms nachweisen — verschobene, zusammengelegte und gestrichene Termine eingeschlossen — oder nur die durchgeführten Audits?
  5. Ist zu jeder Korrekturmaßnahme eine Wirksamkeitsbewertung dokumentiert, oder endet die Spur bei „erledigt“?

Fazit

Die verbreitete Erzählung über SAP QM und Audits ist an beiden Enden falsch. Sie ist zu negativ, wo sie behauptet, SAP habe für Audits nichts oder etwas Abgekündigtes: Audit Management ist funktional vollständig, mit hierarchischen mehrsprachigen Fragenlisten, Erfüllungsgrad, Folgeaudit-Logik, digitaler Signatur und Archivierung — dokumentiert für 2025 FPS01. Und sie ist zu freundlich, wo sie die Oberflächenlage als „dünn“ beschreibt: Sie ist nicht dünn, sie ist bei null, über neun Jahre Releasegeschichte hinweg, während SAP für die Prüfabwicklung vier eigene Fiori-Unterkomponenten pflegt.

Den Ausschlag gibt aber keines von beidem, sondern ein Satz aus SAPs eigenem Hilfetext: Fragenliste ausdrucken, Antworten ausdrucken, Bericht ausdrucken und unterschreiben lassen. Solange das der dokumentierte Feldablauf ist, ist die Entscheidung für ein ergänzendes Werkzeug keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage der Nachweisführung.

Quellen

SAP-Produktdokumentation (help.sap.com) — SAP S/4HANA On-Premise 2025 FPS01

  1. SAP SE: Audit Management. SAP S/4HANA On-Premise, Version 2025.001. https://help.sap.com/docs/SAP_S4HANA_ON-PREMISE/fe141d99d84f4bebaa714ebc382210f0/ab02e1532104414de10000000a174cb4.html?version=2025.001 (abgerufen am 27.08.2026)

  2. SAP SE: Question List. SAP S/4HANA On-Premise, Version 2025.001. https://help.sap.com/docs/SAP_S4HANA_ON-PREMISE/fe141d99d84f4bebaa714ebc382210f0/d802e1532104414de10000000a174cb4.html?version=2025.001 (abgerufen am 27.08.2026)

  3. SAP SE: Audit Execution. SAP S/4HANA On-Premise, Version 2025.001. https://help.sap.com/docs/SAP_S4HANA_ON-PREMISE/fe141d99d84f4bebaa714ebc382210f0/f802e1532104414de10000000a174cb4.html?version=2025.001 (abgerufen am 27.08.2026) SAP Fiori Apps Reference Library

  4. SAP SE: Manage Audits (PLMD_AUDIT). SAP Fiori Apps Reference Library, Release-Kennung S32OP (SAP S/4HANA 2025 FPS01, Private Cloud und On-Premise). https://fioriappslibrary.hana.ondemand.com/sap/fix/externalViewer/#/detail/Apps('PLMD_AUDIT')/S32OP (abgerufen am 27.08.2026)

  5. SAP SE: SAP Fiori Apps Reference Library. Ausgewertet über die Filter Anwendungskomponente CA-AUD, QM*, GRC-AUD und EHS-SUS-AIM für die Releases 1610 bis 2025 FPS01 sowie SAP S/4HANA Cloud 2608; Angaben zu Anwendungstyp, Gerätetypen, Geschäftsrolle und Trefferzahlen entstammen dieser Auswertung. https://fioriappslibrary.hana.ondemand.com/ (abgerufen am 27.08.2026)

Hinweis zur Zitierfähigkeit: Die klassische Fiori Apps Reference Library unter fioriappslibrary.hana.ondemand.com wird zugunsten von fal.cloud.sap abgelöst; die neue Oberfläche erfordert eine Anmeldung. Die Quellen [4] und [5] verweisen deshalb auf die klassischen Adressen, die weitergeleitet werden.

SAP-Produktdokumentation (help.sap.com) — SAP S/4HANA Cloud

  1. SAP SE: Audit and Inspection Management. SAP S/4HANA Cloud, Version 2608.500. https://help.sap.com/docs/SAP_S4HANA_CLOUD/323bd3f1dc8248bc8647c62f1baa6a3a/c69612e40e5d49eb9a2d20d8d21ff1a1.html?version=2608.500 (abgerufen am 27.08.2026)

Normtext

  1. DIN EN ISO 9001:2015-11, Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen (ISO 9001:2015); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 9001:2015. Beuth Verlag, Berlin. Zitiert werden Klauselnummern und paraphrasierte Anforderungen; der normative Wortlaut ist urheberrechtlich geschützt. Herangezogen: 9.2.2 f), 10.2.1 d).

Nicht zitiert werden Beratungs-, Zertifizierungs- und Content-Marketing-Seiten. Aussagen zum SAP-Funktionsumfang stützen sich ausschließlich auf SAPs eigene Dokumentation. Wo dieser Text über die Quellenlage hinausgeht — insbesondere zu Nutzungsgraden in Projekten — ist das als Einschätzung gekennzeichnet.

Häufige Fragen

Hat SAP S/4HANA ein Audit-Management im Standard?
Ja. Die Komponente heißt Audit Management (CA-AUD) und ist über SAP Easy Access unter Cross-Application Components erreichbar. Sie umfasst Auditplan, Fragenliste, Audit und Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen, dazu Auditbericht, Auditmonitor, Statusverwaltung, Berechtigungskonzept und digitale Signatur. SAP dokumentiert sie für SAP S/4HANA On-Premise 2025 FPS01, also den Stand Februar 2026.
Gibt es Fiori-Apps für SAP Audit Management?
Für CA-AUD nicht. In der SAP Fiori Apps Reference Library ist die Komponente mit drei Einträgen vertreten — Manage Audits, Monitor Audits, Classify Audit Partners — alle vom Anwendungstyp „SAP GUI“, in jedem Release von 1610 bis 2025 FPS01. Fiori-Oberflächen für Audits gibt es in zwei anderen SAP-Produkten: GRC-AUD und EHS-SUS-AIM.
Ist Audit Management (CA-AUD) in der SAP S/4HANA Public Cloud verfügbar?
SAP dokumentiert Audit Management ausschließlich für On-Premise und Private Cloud. In der Fiori-Bibliothek liefert die Komponente für die Public-Cloud-Release-Kennung keine Treffer, und unter SAP_S4HANA_CLOUD existiert keine Dokumentation dazu. Die QM-Komponenten der Prüfabwicklung erscheinen dort dagegen sehr wohl. Für ein Public-Cloud-Projekt ist das eine planungsrelevante Lücke.
Wurde SAP Audit Management abgekündigt?
Nein. Es gibt keine Abkündigung. SAP dokumentiert Audit Management unverändert für SAP S/4HANA On-Premise 2025 FPS01, ausgeliefert im Februar 2026. Die Komponente ist gepflegt und funktional vollständig — die Einschränkung betrifft die Oberfläche und die Bereitstellungsform, nicht den Produktstatus.
Kann man mit SAP QM ein Audit mobil vor Ort durchführen?
Nur eingeschränkt. Die einzige Geräteangabe für die Audit-Anwendungen lautet „Desktop, Tablet“, was SAP GUI for HTML im Tablet-Browser bedeutet, nicht eine native oder offlinefähige App. SAPs eigene Dokumentation zur Auditdurchführung beschreibt den Ablauf vor Ort mit Ausdrucken: Fragenliste ausdrucken, Antworten ausdrucken, Auditbericht ausdrucken und von allen Beteiligten unterschreiben lassen.